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News · November 2026

03Ein neues Apfelbäumchen

So pflanzen Sie Obstbäume richtig.

Die Anleitung gilt für Apfel, Birne, Kirsche und Co., für den Obstbaum im Hausgarten ebenso wie für die Streuobstwiese. Wurzelnackte Bäume pflanzen Sie von Ende Oktober bis November, nach dem Laubfall und solange der Boden noch warm ist. Nicht pflanzen bei gefrorenem oder überschwemmtem Boden.

Vor der Pflanzung

Ausreichend große Wanne zum Wässern der Wurzeln und eine Wanne für den Aushub bereitstellen.

Erde bereitstellen: Oberboden aus einem anderen Gartenteil (Grundstücksrand) oder alternativ z. B. DCM AKTIV-ERDE TORFFREI Universal mit Mykorrhiza-Pilzen. Wichtig: die Erde darf nicht mit Mineraldüngern aufgedüngt sein, keinen Torf enthalten, salzarm sein und wenig Stickstoff beinhalten. Menge: Etwa 40 Liter, am Hang bis 70 Liter einplanen.

Rebschere, Pickel, Hacke, Grabgabel, Meterstab, Pfähle und Bindematerial bereitlegen.

Am besten pflanzen Sie den Baum gleich nach der Lieferung. Muss er warten, die Wurzeln in lockere, feuchte Erde einschlagen.

Werkzeug für die Pflanzung bereitlegen

So sieht die Pflanzgrube aus

Skizze der Pflanzgrube mit Wühlmauskorb, Pfahl und Gießrinne
  • a Grube nach Wurzeln oder Korb, die Sohle bleibt fest
  • b Oberste Wurzel 2 bis 3 cm bedeckt, Baum 5 cm höher
  • c Wühlmauskorb eng an der Grubenwand, oben am Stamm geschlossen
  • d Aushub mit Unterboden unten und Oberboden oben
  • e Pfahl in Hauptwindrichtung
  • f Gießrinne am Rand der Baumscheibe

Schritt für Schritt zum eigenen Obst

  1. Bis zur Pflanzung schützen. Wurzeln nie länger als wenige Minuten Sonne und Wind aussetzen und am besten sofort wässern. Etwa 2 Stunden im Wasserbad reichen aus, nur angetrocknete Ware wird über Nacht gewässert.
  2. Wurzelschnitt minimal. Hauptwurzeln werden an den Enden nur glatt angeschnitten. Sind einzelne beschädigt oder für das Pflanzloch zu lang, werden sie bis auf den gesunden Teil eingekürzt. Feinwurzeln werden nicht geschnitten.
  3. Möglichst kleine Pflanzgrube ausheben. Grasnarbe abschälen (höchstens 3 cm), den Boden mit dem Pickel lockern und ausheben, Ober- und Unterboden getrennt ablegen. Ohne Wühlmauskorb richtet sich die Grube nach dem Wurzelwerk, die Sohle liegt etwa 25 bis 30 cm tief. Mit Korb bestimmt dieser die Maße, das Loch wird höchstens 60 cm breit und 45 cm tief. Die Sohle bleibt fest, denn die unterste Wurzel soll auf festem Boden stehen.
  4. Bei Trockenheit vorwässern. Ist der Boden trocken, die Grube jetzt kräftig wässern. Erst wenn das Wasser versickert ist, geht es weiter.
  5. Pfahl setzen. Mindestens einen Pfahl am Rand des Pflanzloches in Hauptwindrichtung einschlagen. Hoch- und Halbstämme, die nach der empfohlenen Oeschberg-Palmer-Methode geschnitten und erzogen werden sollen, bekommen am besten einen Dreibock. Eine sehr gute Anleitung gibt der Arbeitskreis Obst im Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Amberg-Sulzbach.
  6. Wühlmauskorb einsetzen. Der Korb (Durchmesser 60 cm, Höhe 70 cm) liegt eng an der Grubenwand an und ragt etwa 25 cm aus dem Loch, damit er später am Stamm zusammengeführt werden kann. Der Draht soll mehrere Jahre halten. Auf sauren Böden rostet er schneller, hier deshalb immer die verzinkte Variante wählen.
  7. Bis zur Pflanztiefe verfüllen. Den eigenen Aushub lagenweise einfüllen, Unterboden zuerst, und mit den Schuhen verdichten, bis die richtige Pflanztiefe erreicht ist. Kompost, Mist, Grasnarbe und Dünger gehören nicht in die Grube.
  8. Pflanztiefe prüfen. Eine Grabgabel quer über die Grube legen. Die oberste Hauptwurzel sollte etwa 5 cm über dem umgebenden Boden liegen und später mit 2 bis 3 cm Erde bedeckt sein. Die Stammrinde darf keine Erde berühren, sonst droht Kragenfäule. Prüfen Sie die Tiefe beim Verfüllen immer wieder.
  9. Einpflanzen. Den Baum auf den festen Boden stellen und die Wurzeln mit Oberboden überdecken. Durch vorsichtiges Ziehen am Stamm die Wurzeln einrütteln, damit kein Hohlraum bleibt. Die Erde mit der Hand andrücken und lagenweise leicht antreten.
  10. Korb schließen. Den überstehenden Rand eng am Wurzelhals zusammenführen, damit keine Wühlmaus von oben hineinkommt.
  11. Anbinden. Den Stamm locker in Achterschlinge an den Pfahl binden.
  12. Einschlämmen. Mit mindestens 20 Litern angießen, damit die Erde dicht an die Wurzeln kommt.
  13. Baumscheibe anlegen. Die Fehlmenge an Oberboden so verteilen, dass die Erde zum Stamm hin leicht ansteigt. Die oberste Wurzel ist nun etwa 2 bis 3 cm mit Erde bedeckt. Am Rand der Baumscheibe (etwa 1,10 m Durchmesser) eine flache Gießrinne formen, keinen aufgeworfenen Ring. 1 cm Kompost und darauf etwas Mulch auflegen, mit Abstand zum Stamm. Im Herbst nicht hacken.
  14. Pflanzschnitt im Frühjahr. Mit dem Schnitt der Krone bis zum Frühjahr warten, bis die Knospen anschwellen.

Weniger gießen müssen

Pflanzen Sie im Herbst, dann hilft die Winterfeuchte beim Anwachsen. Eine Gießrinne und eine Mulchschicht halten das Wasser dort, wo die Wurzeln es brauchen. Trotzdem sollten Sie Ihren jungen Baum in den ersten zwei bis drei Jahren regelmäßig und durchdringend gießen.

Jetzt für einen Schnittkurs anmelden!

Für den Pflanzschnitt und die Erziehung der Krone empfehlen wir die Oeschberg-Palmer-Methode. Sie folgt einem klaren, nachvollziehbaren Konzept, auf das wir in unserem Februar-Newsletter näher eingehen. Viele Obst- und Gartenbauvereine bieten im Winter Schnittkurse an, zum Beispiel der Obst- und Gartenbauverein Bissingen an der Teck (ogv-bissingen.de), der OGV Rietenau (ogv-rietenau.de/oeschbergschnitt) und der Arbeitskreis Obst Amberg-Sulzbach (gbvas.org/arbeitskreis-obst). Fragen Sie auch bei Ihrem Verein vor Ort nach und melden Sie sich jetzt an.

Die Pflanzanleitung ist angelehnt an die Merkblätter von Eduard Eckl, Arbeitskreis Obst im Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Amberg-Sulzbach (gbvas.org/arbeitskreis-obst)

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